Vielleicht ist es heute nicht mehr modern, Mitglied in einer Gewerkschaft zu werden. Zu oft
waren diese Massenorganisationen in der Vergangenheit unfähig, sich den wirklichen
Bedürfnissen ihrer Mitglieder zu stellen.
Wenn Sie lieber mit dem Strom schwimmen, Ihre Entscheidungen nicht selbst fällen wollen
und gerne bevormundet werden, dann gehen Sie besser in eine
Tutti-Frutti-Gewerkschaft!
- Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt und nicht die Funktionärsmacht!
Wir helfen dem Einzelnen ohne ihm vorzuschreiben, was vermeintlich am Besten für ihn
ist. Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe. Nicht eine anonyme Gewerkschaftszentrale bestimmt
die Richtung der Politik, sondern der Einzelne fragt die Leistungen seiner Gewerkschaft
nach seinen individuellen Bedürfnissen ab.
- Mitgliedernahe Branchengewerkschaft und kein basisferner Gemischtwarenhandel
Bei uns bestimmt die Basis den Kurs der Gewerkschaft. Wir sind die Spezialisten für
alle Berufe bei Post, Logistik, Postbank, Telekommunikation und Medien. Im Gegensatz zu
Tutti-Frutti-Gewerkschaften wissen wir,
worüber wir reden, weil wir in dieser Branche groß geworden sind.
Wir sind Tarifpartner der Arbeitgeber dieser Branche und wissen durch unsere
Basisnähe, wo dem Mitglied der Schuh drückt. Bei uns sind eben nicht
unterschiedlichste Interessen zusammengeschustert worden, nur um
Gewerkschaftsmacht zu erhalten.
- Erfolg durch Ideen statt Macht durch Masse
Bei uns bringen sich die Mitglieder an der Basis mit ihren Erfahrungen und
persönlichen Erlebnissen in die tägliche Arbeit ein. Auch unkonventionelle Ideen
werden schnell aufgegriffen, wenn das einzelne Mitglied dies wünscht. Wir kennen
keinen Dienstweg, sondern bei uns kann das Mitglied seine
Führung schnell und unbürokratisch ansprechen. Hierarchien sind uns
diesbezüglich fremd!
- Ein Partner mit Herz und Verstand
Wir sind kein anonymer Haufen. Bei uns zählt Gemeinschaftssinn und nicht
der Apparat. Wir gestalten Berufspolitik mit Herz und Verstand, d. h. für uns ist es
sehr wichtig, daß der Mensch am Arbeitsplatz in seinen individuellen Fähigkeiten
gefördert wird. Dabei ist für uns das Umfeld sehr wichtig. Betriebe ohne
menschliche Wärme lehnen wir ab!
- Anerkannter Tarifpartner für Arbeiter, Angestellte und Auszubildende
Die Arbeitsbedingungen für Arbeiter, Angestellte und Auszubildende sichern wir mit
Tarifverträgen ab. Dabei setzen wir uns für realistische
Fortkommensmöglichkeiten der Beschäftigten ein. Arbeitsplatzsicherheit besitzt
bei uns einen hohen Stellenwert.
Notfalls greifen wir zu Arbeitskampfmaßnahmen, wenn die Arbeitgeber nicht
kompromißbereit sondern nur diktierbereit sind.
- Für Beamte und Versorgungsempfänger
Wir haben uns jahrzehntelang für alle Beschäftigten der alten
Bundespost eingesetzt. Durch die Privatisierung besteht nun ständig die Gefahr,
daß insbesondere die Beamten und Versorgungsempfänger einseitig benachteiligt
werden. Wir sind die einzige Gewerkschaft für Beamte in der Branche. Andere haben
schon lange das Interesse an den Beamten verloren und fordern deshalb fast täglich
deren Abschaffung, indem sie sich beispielsweise für deren Einbeziehung in die
Rentenversicherung aussprechen. Das wollen wir nicht! Die erworbenen Rechte dürfen
durch die neuen Arbeitgeber nicht permanent zur Disposition gestellt werden. Wir wollen
auch in den privatisierten Unternehmen ein modernes, zeitgemäßes Dienstrecht!
Damit die Beamten nicht zu Bittstellern verkommen, fordern wir eine
stärkere Beteiligung der Beamtengewerkschaften bei der Festlegung von
dienstrechtlichen Grundsätzen. Die Vorstände der Unternehmen dürfen nicht
einseitig über die Beamten befehlen. Die gesetzlichen Regelungen
müssen auch die Vorstände beachten und umsetzen.
- Eigenständige Beamtenversorgung erhalten
Die DPVKOM wendet sich gegen alle Bestrebungen, in Zukunft die Beamten einer
Einheitsversorgung zu unterwerfen. Solche Forderungen aus
Tutti-Frutti-Gewerkschaften dienen nur der
ideologischen Profilierung und sind im übrigen auch rechtswidrig. Wer sich so
unqualifiziert gegen die Berufsbeamten stellt, disqualifiziert sich selbst und sollte
nicht länger Beamte als Mitglieder organisieren.
- Faire Sozialpartnerschaft - Kein Klüngel und Postenschacher
Speziell in den Aktiengesellschaften wird deutlich, daß die Arbeitgeber versuchen,
die Vertreter der Tutti-Frutti-Gewerkschaften
einzuwickeln und mit lukrativen Angeboten einzukaufen. Gegen diese Art von
Sozialpartnerschaft wenden wir uns mit aller Entschiedenheit. Wir bleiben
unseren Grundsätzen treu und befürworten eine kritische aber faire Partnerschaft
mit dem Arbeitgeber. Nicht Freund/Feind-Denken hat bei uns die Oberhand, sondern
täglich bemühen wir uns um einen fairen Ausgleich der Interessen.
- Gewerkschaftlicher Wettbewerb
Genauso selbstverständlich wie in Gesellschaft und Politik muß im Arbeitsleben
der Wettbewerb die Maxime sein. Wir wollen verhindern, daß der Einzelne von einer
Hausgewerkschaft abhängig ist, die ohne gewerkschaftliche Konkurrenz
ungestört klüngeln kann. Vertreter von
Tutti-Frutti-Gewerkschaften versuchen
täglich mit ihrem Machtgehabe und dem Unsinn von Arbeitnehmerspaltern
knallhart Kasse zu machen. Eine pluralistische Gesellschaft braucht aber
unterschiedliche Interessenvertreter, dies gilt erst recht für die Arbeitswelt.
Nachgewiesenermaßen sind in den Branchen die Arbeitsbedingungen am besten, wo auch
gewerkschaftlicher Wettbewerb vorhanden ist.
- Politisch unabhängig
Für die DPVKOM ist es selbstverständlich, mit allen demokratischen Parteien
zusammenzuarbeiten. Dies schließt aber aus, daß man sich einseitig
beispielsweise in Wahlkämpfe aktiv einmischt. Vertreter von
Tutti-Frutti-Gewerkschaften brechen oft brachial
mit diesem Grundsatz und sponsern beispielsweise mit Millionen von
Mitgliedsbeiträgen den Wahlkampf ihrer Führung nahestehender Parteien. Dies geht
gegen die Interessen der Mitglieder und wird deshalb von uns kategorisch abgelehnt!
- Anerkennung von persönlicher Leistung - gegen Gleichmacherei!
Die DPVKOM setzt sich nicht erst seit heute in den Aktiengesellschaften für die
Anerkennung von persönlicher Leistung ein. Persönliches Engagement,
Einsatzfreude, Ideenreichtum und Durchsetzungsvermögen sind nur einige Stichworte,
die nach unserer Auffassung stärker als in der Vergangenheit honoriert werden
müssen. Das schließt leistungsbezogene Gehaltselemente ausdrücklich mit
ein. Das heißt keineswegs, daß wir etwa eine Gewerkschaft der
Besserverdienenden sind, sondern im Gegensatz zu
Tutti-Frutti-Gewerkschaften lehnen wir
sozialistische Gleichmacherei am Arbeitsplatz ab.
- Für die soziale Verantwortung des Arbeitgebers
Im Gegenzug zur Arbeitsbereitschaft der Beschäftigten hat jeder Arbeitgeber auch eine
soziale Verantwortung für die ihm unterstellten Menschen. Insbesondere muß er
darauf achten, daß eine unterschiedliche Behandlung der Beschäftigten aus
sachfremden Erwägungen zu unterbleiben hat. Mobbing und sexuelle Belästigung
darf der Arbeitgeber in seinem Betrieb nicht dulden. Eine besondere Fürsorgepflicht
besteht gegenüber Behinderten und ausländischen Beschäftigten.
- Technik nutzen für sozialen Fortschritt - keine Maschinenstürmerei!
Der hohe Lebensstandard in den Industrieländern beruht zu einem wesentlichen Teil
auf der Entwicklung und Nutzung neuer Technologien. Vor der Einführung neuer
Technologien ist sicherzustellen, daß deren Auswirkungen geprüft und Gefahren
für Menschen, Sachen und Umwelt ausgeschlossen werden. In der Arbeitswelt sollte der
Einsatz von Technik zur Erleichterung der Arbeit, zur ergonomischen Ausgestaltung der
Arbeitsplätze, zur Sicherung humaner Arbeitsbedingungen und zu effektiveren
Arbeitsergebnissen führen. Bei Einführung neuer Techniken müssen die
Beschäftigten rechtzeitig und umfassend informiert werden. Die Personal- und
Betriebsräte sind dabei frühestmöglich zu beteiligen. Unvermeidbarer
Personalabbau muß sozialverträglich erfolgen.
- Arbeitszeit - individuell und zeitgemäß
Zeit ist in der heutigen Gesellschaft ein immer kostbareres Gut. Dies gilt sowohl für
die Arbeits- wie die Freizeit. Von daher kommt intelligenten Arbeitszeitmodellen mehr und
mehr Bedeutung zu. Die DPVKOM fordert in der aktuellen Arbeitszeitdiskussion mehr
Selbstbestimmung der Beschäftigten bei der Festlegung ihrer Arbeitszeit. Moderne
Arbeitsplatzgestaltung inkl. der Telearbeit eröffnen insbesondere auch Frauen und
Behinderten Verbesserungen bei der Wahrnehmung von beruflichen wie privaten Verpflichtungen.
- Wirtschaftlicher Erfolg muß den Beschäftigten dienen
Voraussetzung für die Realisierung der Ansprüche der Beschäftigten ist
auch der wirtschaftliche Erfolg der Unternehmen. Dieser wird durch unternehmerisches
Verhalten am Markt und von der Arbeit der Beschäftigten für das Unternehmen
garantiert. Die DPVKOM unterstützt mit Nachdruck die Unternehmen, wenn deren Ziele
erfolgversprechend sind. Im Gegenzug fordert sie eine soziale und gerechte Behandlung der
Beschäftigten und ihre Beteiligung am Erfolg. Qualität des Arbeitsplatzes und
leistungsgerechte Bezahlung bestimmen wesentlich die Motivation der Beschäftigten.
Hierbei kommt der Sicherheit des Arbeitsplatzes und der Rücksicht auf die
familiären Verpflichtungen der Beschäftigten hohe Bedeutung zu. Die ohne Zweifel
erforderliche Forderung nach Mobilität der Beschäftigten darf nicht als
Druckmittel gegen sie missbraucht werden. Aus der Mobilität entstehende Nachteile
sind durch den Arbeitgeber auszugleichen.
- Für eine verstärkte Mitarbeiterbeteiligung
Die DPVKOM fordert für aktive und ehemalige Beschäftigte die Beteiligung am
Erfolg des Unternehmens. Diese Beteiligung stärkt die Bereitschaft des aktiven
Personals zur Wertsteigerung des Unternehmens und berücksichtigt die Leistungen der
früheren Beschäftigten beim Aufbau der Aktiengesellschaften. Dabei sind auch neue
Beteiligungsmodelle zu erproben.
- Sozialpartnerschaft und ehrlicher Dialog
Der Leistungsstand der Unternehmen kann nur gesichert werden, wenn ein Klima des
Vertrauens und der Zusammenarbeit zwischen Führungskräften und übrigen
Beschäftigten herbeigeführt und gepflegt wird. Soziales Verhalten darf nicht nur
in Leitlinien propagiert, sondern muß von allen Managern täglich gelebt werden.
Bei der Auswahl von Führungskräften ist der sozialen Kompetenz ein entscheidendes
Gewicht beizumessen. Lippenbekenntnisse der Führungskräfte, die im Gegensatz zu
ihrem tatsächlichen Verhalten stehen, zerstören das Betriebsklima. Die Zahl der
Führungskräfte darf nicht ständig steigen, während gleichzeitig bei den
produktiv wirkenden Beschäftigten der Personalabbau als erstes Unternehmensziel
verfolgt wird. Offenheit zwischen Leitung und Belegschaft, Durchschaubarkeit der
Abläufe und Entscheidungen sowie die Gesprächsbereitschaft zwischen Chef und
Mitarbeiter sind Grundvoraussetzungen für die Leistungsbereitschaft der
Beschäftigten. Die Unternehmensleitung hat sich in der Öffentlichkeit zu ihren
Beschäftigten zu bekennen und sie vor ungerechtfertigten Angriffen in Schutz zu
nehmen.
- Personal- und Betriebsratsarbeit unterstützen - nicht fernsteuern!
Die DPVKOM unterstützt und fördert die Arbeit der Personal- und
Betriebsräte sowie der Jugend- und Auszubildendenvertretungen. Darüber hinaus
fördert sie die Arbeit der Vertrauensleute für Schwerbehinderte. Der
Minderheitenschutz sowie die Transparenz der Personal- und Betriebsratsarbeit sind
auszubauen. Die Betriebs- und Personalratsmitglieder der DPVKOM sind nicht an Weisungen
ihrer Gewerkschaft gebunden. Sie setzen aber gewerkschaftliche Grundsätze der DPVKOM
in der Personal- und Betriebsratsarbeit um. Die Betriebsräte der DPVKOM setzen sich
besonders dafür ein, daß Beamte wegen ihres besonderen Dienstrechts nicht
benachteiligt werden. Personal- und Betriebsräte der DPVKOM vertreten alle
Beschäftigten unabhängig von deren gewerkschaftlicher Zugehörigkeit.
- Mehr Demokratie und Minderheitenschutz!
Die DPVKOM setzt sich dafür ein, daß Wahlsysteme, die bisherige
Mehrheitsstrukturen zementieren, durch demokratischere Verfahren mit Minderheitenschutz
abgelöst werden. Es kann und darf nicht sein, daß letztendlich 51% der
gewählten Vertreter das uneingeschränkte Sagen über 100% der
Beschäftigten haben. Entsprechende Regelungen im Betriebsverfassungs- und
Mitbestimmungsgesetz sind umgehend zu ändern. Wer Minderheitenschutz in der
Gesellschaft fordert, muß auch den gewerkschaftlichen Minderheitenschutz
wollen!
- Für Urwahl der Aufsichtsräte
Die Vertreter der DPVKOM nutzen ihre Position in den Aufsichtsräten der Unternehmen zur
Vertretung der Interessen aller Beschäftigten. Hierbei stehen nicht die Anliegen
einzelner im Vordergrund, sondern des Unternehmens insgesamt. Auch bei der Vertretung von
Gruppeninteressen muß das Wohl der Unternehmen berücksichtigt werden, weil
dadurch letztlich die Arbeitsplätze für alle gesichert werden. Um dieses wichtige
Ziel in der Praxis zu erreichen, müssen die Arbeitnehmervertreter ihren Auftrag in dem
einzig demokratischen Verfahren - der Urwahl -direkt von den Wählern erhalten. Die
Vertreter in den Aufsichtsräten handeln im Rahmen der Grundsätze der DPVKOM. Auch
sie sind nicht an Weisungen gebunden.