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Fränkischer Tag, Dienstag 21. Oktober 2008

„Arbeit ist Menschenrecht“
WALLFAHRER SETZEN
ZEICHEN FÜR GUTE ARBEIT



- WALLFAHRT Die beiden Bamberger Johannes Wicht und Wolfgang Reisky
zogen mit 200 Pilgern am Wochenende nach Vierzehnheiligen.
Sie trugen ihre Sorgen um den Arbeitsplatz zu den Nothelfern. -

 
 Die Wallfahrer auf dem Weg zur Nothelferbasilika in Vierzehnheiligen
Foto: Marion Krüger
VON UNSERER MITARBEI- TERIN MARION KRÜGER
Bamberg/Vierzehnheiligen - Johannes Wicht will ein „Zeichen für gute Arbeit“ setzen. Der stellvertretende Vorsitzende des Stadtjugendrings Bamberg begründet so seinen Fußmarsch zur Nothelferbasilika in Vierzehnheiligen. Dabei treibt ihn kein sportlicher Ehrgeiz. Und ausgesprochen fromm ist diese Übung auch nicht. Johannes Wicht und 200 Weggefährten pilgern aus Sorge um den Arbeitsplatz oder in der Arbeitslosigkeit. „Arbeit ist Menschenrecht“ steht über dieser Wallfahrt, die die Katholische Arbeitnehmerbewegung, die Betriebsseelsorge und die ökumenischen Arbeitslosenberatungsstellen organisiert haben.
Die Wallfahrt nimmt die Arbeit und die Arbeitswelt ins Gebet. Eine Arbeitswelt, die aus den Fugen geraten ist: immer mehr prekäre Beschäftigungen, Leiharbeit, Lohn unterhalb des Existenzminimums, Kurzarbeit, Mobbing, Zeitdruck.
Johannes Wicht hat besonders die Jugend im Blick: „Von 100 Jugendlichen in Bamberg haben nur fünfzig die Chance auf eine Arbeit“, bringt er die „Geißel Jugendarbeitslosigkeit“ auf den Punkt.
Auch Wolfgang Reisky vom Berufsförderungszentrum Bamberg weiß von vielen Jugendlichen „in der Warteschleife, die eine Ausbildung machen wollen und keine Chance bekommen“. Diese jungen Menschen „tauchen in keiner Statistik auf“.
Wolfgang Reisky gehen auch als evangelischem Christen die Litaneien und Fürbitten flüssig über die Lippen. Er fleht mit den vielen Arbeitslosen in der Pilgerschar darum, „Würde zu erfahren, gut behandelt zu werden, sinnvoll und erfüllt leben zu können“. Ein Gebetstext greift mahnend ein Wort des Apostels Paulus auf: „Wenn ein Glied in der Gemeinde leidet, leiden alle Glieder mit.“
In diesem Sinne zeigt sich Weihbischof Werner Radspieler solidarisch mit den Wallfahrern: „So wie die Würde des Menschen nicht abgeschafft werden kann, kann auch das Menschenrecht auf Arbeit nicht abgeschafft werden,“ ruft er ihnen beim Gottesdienst in der Basilika zu. Radspieler erinnert an die besondere Verantwortung der Unternehmer für Arbeitsplätze, an die Pflicht, auch schwer Vermittelbare und Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern.
Auch im nächsten Jahr soll es wieder eine entsprechende Wallfahrt geben. Schließlich ist sich der Bamberger Betriebsseelsorger Norbert Jungkunz sicher: „Wegen der Finanzkrise wird die Arbeitslosigkeit wieder ansteigen.“ Schon heute steige der Beratungsbedarf angesichts von Kurzarbeit und der Entlassung von Leiharbeitern.

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